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Märchen mal anders - Rezension: Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland


Informationen zur Autorin

Die Amerikanerin Christina Henry ist als Fantasyautorin bekannt für ihre finsteren Neuerzählungen von literarischen Klassikern wie »Alice im Wunderland«, »Peter Pan« oder »Die kleine Meerjungfrau« sowie für ihre Bestsellerreihe »Black Wings«. Christina Henry liebt Langstreckenläufe, Bücher sowie Samurai- und Zombiefilme. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Chicago.

- Informationen zum Buch - 

Autorin: Christina Henry
Übersetzt von Sigrun Zühlke  
Verlag: Penhaligon
Genre: Dark Fantasy 
352 Seiten 
 ISBN: 978-3-7645-3234-5 
Ersterscheinung: 16. März 2020

- Klappentext - 

Seit zehn Jahren ist Alice in einem düsteren Hospital gefangen. Alle halten sie für verrückt, während sie selbst sich an nichts erinnert. Weder, warum sie sich an diesem grausamen Ort befindet, noch, warum sie jede Nacht Albträume von einem Mann mit Kaninchenohren quälen. Als ein Feuer im Hospital ausbricht, gelingt Alice endlich die Flucht. An ihrer Seite ist ihr einziger Freund: Hatcher, der geisteskranke Axtmörder aus der Nachbarzelle. Doch nicht nur Alice und Hatcher sind frei. Ein dunkles Wesen, das in den Tiefen des Irrenhauses eingesperrt war, ist ebenfalls entkommen und jagt die beiden. Erst wenn Alice dieses Ungeheuer besiegt, wird sie die Wahrheit über sich herausfinden – und was das weiße Kaninchen ihr angetan hat …

- Meinung -

Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland ist der Auftakt einer Reihe schauriger Umwandlungen bekannter Disney-Geschichten. Die Autorin verwandelt die zauberhaften Gutenachtgeschichten, die manch einer von uns als Kind gerne gelesen oder gesehen hat, in blutrünstige Horrorgeschichten, die einem einen kalten Schauer über den Rücken jagen. 

“Wenn du deiner Freiheit nachjagst, wird dich dein Schicksal einholen und dich zurückzwingen.”  

Ich hatte die grandiose Idee, das Buch gegen drei Uhr nachts zu starten, in der Hoffnung, dass lesen mich müde stimmt. Ja, ganz falsch gedacht... Bereits nach 40 Seiten war ich verstört von der Grausamkeit in diesem Buch und gleichzeitig so gefesselt, dass ich kein Auge mehr zudrücken und das Buch nicht aus der Hand legen konnte. 

“Es war eine Stimme, die vergessen hatte, menschlich zu sein, freundlich zu sein, zu lieben und die Dunkelheit zu fürchten. Sie war Teil der Dunkelheit, ihr Herz war in Gier und Verlangen und Schmerz versunken.”  

Es gibt einige wirklich brutale und vor allem blutrünstige Szenen. Mord und Vergewaltigung sind in der Geschichte nur kleine Unannehmlichkeiten, über die alle Charaktere hinwegsehen können. Und der detaillierten Schreibstil von Christina Henry sorgt für eine deprimierende und düstere Stimmung. Doch mit jeder Seite steigt auch die Spannung und es können immer mehr Parallelen zu Alice im Wunderland gezogen werden. Man trifft auf Charaktere, die man bereits aus seiner Kindheit kennt, auch wenn sie "ein wenig" anders dargestellt werden, und bekommt immer mehr Hinweise zu dem, was damals wirklich zwischen Alice und dem Kaninchen vorgefallen ist. 

“Kaninchen vergessen nicht.”  

Diese verdrehte Version von Alice im Wunderland ist bestimmt nicht für jeden etwas, aber in meinen Augen hat Christina Henry hier eine wirklich coole Geschichte geschrieben, die perfekt zur Jahreszeit und besonders in den Oktober passt. 

- Bewertung - 
★★★★
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