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Aussehen ist nicht alles -Rezension: Wunder



Informationen zur Autorin

Die Autorin und Illustratorin Raquel J. Palacio lebt in New York. Sie war 20 Jahre Grafik-Designerin, bevor ihr mit ihrem Debüt der Durchbruch als Schriftstellerin gelang. Wunder erschien 2013 bei Hanser, wurde in 45 Sprachen übersetzt und 2014 von der Jugendjury mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. 2015 folgte ihr Geschenkbuch Jeder Tag ein Wunder, das 365 Maximen enthält, wie sie Mr. Browne in Wunder mit seinen Schülern bespricht. Ihr neuestes Buch Wunder – Julian, Christopher und Charlotte erzählen erschien im Frühjahr 2017. Im Herbst 2017 folgte das von ihr illustrierte Bilderbuch Wir sind alle ein Wunder.


- Informationen zum Buch -

Autorin: Raquel J. Palacio
Übersetzung von André Mumot
Verlag: Hanser 
empfohlen ab 10 Jahren
384 Seiten
Erscheinungsdatum: 28.01.2013
ISBN 978-3-446-24175-6
Leseprobe 

- Klappentext -

August ist anders. Dennoch wünscht er sich, wie alle Jungen in seinem Alter, kein Außenseiter zu sein. Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist er noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. Sie weiß, dass die meisten Kinder nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Am liebsten würde er gar nicht auffallen. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt, so witzig, klug und großzügig ist - wie August.

- Meinung -

Ich heiße übrigens August. Ich werde nicht beschreiben, wie ich aussehe. Was immer ihr euch vorstellt - es ist schlimmer.” 

Damit beginnt Raquel J. Palacio ihre Erzählung. Da wir keine genaue Beschreibung von August bekommen, stellen wir uns vermutlich alle etwas anderes vor. Nur eins hat jedes Bild gemeinsam, es ist grauenvoll. R. J. Palacio zwingt uns oberflächlich zu sein. Sie bringt uns dazu, uns das schlimmste vorzustellen.
Und dann lernen wir August kennen und plötzlich sind alle diese Gedanken über sein Aussehen verschwunden. Er ist lustig und lebensfroh, ein großer Fan von "Star Wars" und liebt seine Hund Daisy. Er ist ein ganz normaler Junge.

Der einzige Grund dafür, dass ich nicht normal bin, ist der, dass mich niemand so sieht.” 

Neben Auggies Erzählungen bekommen wir auch noch die Version von fünf anderen Leuten aus seinem direkten Umfeld geschildert. Jeden betrifft Auggies Aussehen auf die ein oder andere Weise, aber sie alle haben ihn dennoch unfassbar lieb. Mich hat vor allem eine Geschichte sehr mitgenommen. Es ist doch erstaunlich wie die meisten August als "Bürde" sehen, jemand der ihnen das Leben schwerer macht. Und dann ganz plötzlich kann er dafür sorgen, dass man zu den beliebtesten Personen gehört. Es zählt also eigentlich nur, wie man an die Situation herangeht. Es gibt immer Menschen, die sich unangemessen verhalten. Besonders Kinder können manchmal grauenhaft sein, ohne es vielleicht wirklich zu wollen. R. J. Placio hat da im Buch eine Zeile geschrieben, bei der ich ihr nur zustimmen kann.

“Kinder than is necessary. Because it's not enough to be kind. One should be kinder than needed.” 

Dieses Buch ist so besonders, weil es so viel gibt, dass wir aus der Geschichte mitnehmen können. Nicht nur Kinder sondern auch Erwachsene.  Es lehrt uns über Freundschaft und Zusammenhalt, wie wichtig es ist, unter die Oberfläche zu blicken und nicht alles für selbstverständlich zu nehmen. Deshalb finde ich, hat Wunder den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014 nur zu recht gewonnen.

- Bewertung -
★★★★

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